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Innenseite der Schulreform (Buch)

Vorwort: Fritz Schütze

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 (Einleitung)

Kapitel 2 (Protokolle)

Kapitel 3 (Interviews)

Kapitel 4 (Aktualtext)

Kapitel 5 (Auswertung)

Literatur

Anhang (Datenkranz)

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Die Innenseite der Schulreform

Kapitel 3: Niederschlag des Entwicklungsprozesses im Wissenshaushalt der Lehrer(innen)

In diesem Kapitel – als PDF-Datei verfügbar – werden die Auswertungen der Interviewtexte vorgestellt. Kategorisierungen erfolgten vor dem Hintergrund des theoretischen Konzepts eines konjunktiven Erfahrungsraumes (Mannheim) des Lehrer(innen)kollegiums.

Zusammenfassung

In diesem Kapitel kommen die Akteure selbst zu Wort. In Einzelinterviews berichten Lehrer(innen) über ihre Arbeitssituation mit den Schüler(inne)n und wie sie die Zusammenarbeit mit anderen Lehrer(inne)n beurteilen. Sie gehen dabei zum Teil ausführlich auf die Geschichte dieser Beziehungen zu Lehrer(inne)n und Schüler(inne)n ein (Frau Kühnert). Die Vergangenheit ist in diesen Erzählungen nicht abgeschlossen, sie ist Teil der Gegenwart. Und sie ist Gegenstand einer berufsbiographischen Konstruktion, bei der immer das professionelle Handlungsfeld von Lehrer(inne)n als Interaktionsentwerfer(innen) bzw. -gestalter(innen) im Mittelpunkt steht.

Als theoretische Kontrastfigur fungiert Mannheims Konzept des konjunktiven Erfahrungsraumes. Mit Hilfe dieser Kontrastfigur lassen sich die individuellen Handlungskonzepte aufeinander beziehen und Gemeinsamkeiten feststellen. Es werden sechs von 23 durchgeführten Interviews genauer ausgewertet, wobei jeweils drei Kontrastpaare gebildet werden. Das erste Kontrastpaar besteht aus engagierten Lehrer(inne)n mit skeptischer bzw. positiver Haltung gegenüber der Reform der Reform durch das Team-Modell. Das zweite Kontrastpaar besteht aus führenden Mitgliedern von an der Comenius-Schule tätigen Gewerkschafts- oder gewerkschaftsähnlichen Gruppen (GEW, Frauengruppe). Das dritte Kontrastpaar besteht aus zwei Mitgliedern der Schulleitung.

Durch eine komparative Analyse wird der Blick auf die im Laufe der Zeit entstandenen gemeinsamen Handlungsmuster und auf die ihnen zu Grunde liegenden Wissensbestände gelenkt. Es lässt sich bei den engagierten Lehrer(inne)n eine Auskühlung der ursprünglichen professionellen Identität feststellen und ein Ausweichen auf taktische Konzepte der Imagepflege. Das ursprüngliche Bemühen um eine Verbesserung des Verhältnisses zu den Schüler(inne)n als Grund für die Weiterentwicklung ist verloren gegangen. Bei den mikropolitisch eingebundenen Lehrer(inne)n kreist das Denken um die Arena-Debatte der Weiterentwicklung und bei den Schulleitungsmitgliedern um kooperative und nicht-kooperative Leitungsstrategien.

Die gegenseitige Wahrnehmung wird bestimmt von einer mehr oder weniger großen Distanz zur subjektiven Geschichte, d.h. zur gemeinsam erlebten professionellen Geschichte. Diese Distanz nimmt zu, je bedeutsamer die ausgehandelte oder zugewiesene Position im mikropolitischen Kräftefeld der Organisation Schule ist. Damit korrespondiert eine Zunahme an abstrakter Denkweise. Der "konjunktive Erfahrungsraum" Schule wird von verschiedenen Perspektiven aus erlebt und hängt ab vom jeweiligen Gegenhorizont, der aufgespannt wird: Die engagierten Lehrer(innen) wählen die problematischen Schüler(innen), die mikropolitisch eingebundenen Lehrer(innen) abstrakte Vorstellungen zur Schulkonzeption und die Schulleitungsmitglieder die Problematik der richtigen Entscheidungsfindung als Gegenhorizont.

Konflikte zwischen Lehrer(inne)n und Schüler(inne)n, die auf Grund des Altersunterschieds zum Alltag gehören und die bei größer werdendem Altersabstand immer häufiger werden, werden bei allen Lehrer(inne)n mit abnehmender persönlicher Betroffenheit wahrgenommen.

Inhalt Kapitel 3

3.

Teil II: Niederschlag des Entwicklungsprozesses im Wissenshaushalt der Lehrer(innen)

 

3.1

Die Lehrer(innen)interviews (1992-1993) – Erläuterungen zum Auswertungsverfahren

 

 

3.1.1

Erfolgreich, aber gescheitert – Rückblick und Bestandsaufnahme engagierter Lehrer(innen)

 

 

 

3.1.1.1

"Der Lehrerberuf ist mehr als nur Fachunterricht" – Herr Bernstorff (reformorientierte Position)

 

 

 

3.1.1.2

"Lebenslauf und Lebensentwürfe führen zu einem sich ändernden Engagement" – Frau Kühnert (reformkritische Position)

 

 

3.1.2

Die Auseinandersetzungen um die Entwicklung der Schule aus der Sicht der zwei "mikropolitischen" Gruppierungen innerhalb des Kollegiums

 

 

 

3.1.2.1

"Die Impulse zur Weiterentwicklung der Gesamtschule kamen aus der GEW-Schulgruppe" – Herr Ruschmeyer (GEW-Schulgruppe)

 

 

 

3.1.2.2

"Die schweigende Mehrheit brauchte jemanden, der sie vertritt" – Frau Neubert (Frauengruppe)

 

 

3.1.3

Ausgleich der Interessen oder Besinnung auf Erfolge und Diskurs über Ziele – Die Schule aus dem Blickfeld der Schulleitung

 

 

 

3.1.3.1

"Eine sehr unterschiedliche Lehrerschaft mit vielen, die auf dem Heimweg sind" – Herr Lammers (Schulleiter seit 1988)

 

 

 

3.1.3.2

"Entscheidend für die Weiterentwicklung ist ein gemeinsamer Diskurs über pädagogische Ziele" – Herr Posner (Pädagogischer Leiter)

 

3.2

Theoretische Kontrastfigur für die Lehrer(innen)interviews: der konjunktive Erfahrungsraum

 

 

3.2.1

Orientierungsmuster im konjunktiven Erfahrungsraum

 

 

3.2.2

Die Erschließung des verborgenen "Dokumentsinns" von Handlungen

 

3.3

Analyse des konjunktiven Erfahrungsraumes der Lehrer(innen) auf der Grundlage der Interviews

 

 

3.3.1

Die Perspektive im konjunktiven Erfahrungsraum als Grundlage für die Orientierung der gesamten Lehrerschaft

 

 

 

3.3.1.1

Auskühlungsprozesse der professionellen Identität und Auswirkungen auf das Berufswissen

 

 

 

3.3.1.2

Ersatz eines professionellen Selbstkonzepts durch das "Image"

 

 

3.3.2

Ideologische Überformung der Perspektiven durch die Auseinandersetzungen um die Weiterentwicklung der Schule bei den Vertretern der mikropolitischen Gruppierungen

 

 

3.3.3

Die Bedeutung des konjunktiven Erfahrungsraumes im Denken der Schulleitungsmitglieder

 

3.4

Resumée Teil II: Die im Untersuchungszeitraum bei den Lehrer(inne)n entstandenen gemeinsamen Wissensbestände und Interaktionsrahmen

© 2004 http://www.qualitative-forschung.de/publikationen/schulreform/, Status: 12.6.2004