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Innenseite der Schulreform (Buch)

Vorwort: Fritz Schütze

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 (Einleitung)

Kapitel 2 (Protokolle)

Kapitel 3 (Interviews)

Kapitel 4 (Aktualtext)

Kapitel 5 (Auswertung)

Literatur

Anhang (Datenkranz)

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Die Innenseite der Schulreform

Kapitel 4: Auswirkung des Entwicklungsprozesses auf das Handeln der Lehrer(innen)

In diesem Kapitel – als Kompletttext als PDF-Datei verfügbar – wird die Auswertung eines im Aktualtext transkribierten Mitschnitts einer Lehrer(innen)konferenz vorgestellt. Die Kategorisierungen erfolgten vor dem Hintergrund der Verlaufsfigur des sozialen Dramas (V. Turner).

Zusammenfassung

In diesem Kapitel ist keine zeitliche Distanz zum Geschehen vorhanden wie bei den schriftlichen Quellen. Es gibt auch keinen imaginierten oder konkreten Adressaten wie in den beiden vorangegangenen Kapiteln. Der Text spielt in der Gegenwart, es gibt Akteure, die sich sehen und die sich gegenseitig ansprechen. Es gibt einen konkreten Ort und einen Rahmen für die Handlung. Die Gegenhorizonte werden in der Debatte selbst erkennbar.

Auf der Lehrer(innen)konferenz wird ein Konflikt zwischen Lehrer(inne)n und Schüler(inne)nverhandelt. Im Verhandlungsablauf entfalten die Lehrer(innen) ihre Gegenhorizonte aus Professionstheorien und Handlungsstrategien, aus Vorstellungen über akzeptierte und nicht-akzeptierte Formen des Schüler(innen)handelns. Sie lassen dabei unbeabsichtigt ihre Vorstellungen über eigene mikropolitische Handlungsspielräume sichtbar werden. Bei der Entfaltung ihrer Ansichten werden die individuell unterschiedlichen Umgangsformen mit dem die Schule durchziehenden Generationenproblem erkennbar.

Die Lehrer(innen) entwickeln ihre Argumentation vor dem abstrakt-formalen, auf rechtlichen Konstruktionen beruhenden Organisationsmodell Schule und leiten daraus von ihnen selbst eingeübte professionelle Handlungsschemata ab. Sie versuchen sich gegenseitig vom Erfolg ihrer Handlungsstrategien zu überzeugen und tun dies vor der Folie dargestellter Schüler(innen)reaktionen.

Im Verlauf des Aushandlungsprozesses tragen sie ihre jeweils eigenen Ansichten über die richtige Vorgehensweise vor. Sie entwickeln dabei ihre Argumentation vor dem Gegenhorizont ihrer persönlichen Erfahrungen. Dabei wird deutlich, dass sich bei ihnen keine gemeinsamen Ziele heraus gebildet haben und ihnen das abstrakt-formalen Verfahren, auf das sie sich eingelassen haben, keine Sicherheit gibt. Die Verwaltungsvorschriften versagen vor der lebensweltlich geprägten, mangelnden Eindeutigkeit des Streitfalles.

Es handelt sich um einen Konflikt auf der Grenzlinie zwischen den Generationen. Der Generationenkonflikt wird in der Konferenz selber sichtbar. Die abstrakt-formale Konstruktion einer Lehrer(innen)konferenz sieht es vor, dass die Schüler(innen) nicht beteiligt sind. Sie symbolisiert selbst die Machtverhältnisse, die zu dem Konflikt geführt haben. Dadurch, dass die Lehrer(innen) dieses Problem offensichtlich nicht erkennen können, wird deutlich, dass sie ihr Handeln nicht in einem eigenen biographischen Zusammenhang sehen und der Konflikt der Anfangszeit um das Team-Modell bzw. um die Ziele von Unterricht verdrängt worden ist.

Es gelingt ihnen nicht, eine gemeinsame Strategie zur Stabilisierung ihrer Arbeit zu entwickeln.

Inhalt Kapitel 4

4.

Teil III: Auswirkungen des Entwicklungsprozesses auf das Handeln der Lehrer(innen)

 

4.1

Überlegungen zur Auswertung des Aktualtextes einer Klassenkonferenz (1990/91)

 

4.2

Anlass der Klassenkonferenz: Krise des Lehrer(innen)-Schüler(innen)-Verhältnisses und Störung des Unterrichts durch eine Schülergruppe

 

 

4.2.1

Formaler und informeller Kontext der Konferenz

 

 

 

4.2.1.1

Vorschriften zur Durchführung von Klassenkonferenzen

 

 

 

4.2.1.2

Hintergrundwissen der Konferenzteilnehmer

 

 

4.2.2

Einführungsphase: Sachverhaltsdarstellungen (1. Segment)

 

 

 

4.2.2.1

Darstellung einiger Vorfälle durch den Stufenleiter 7/8, der die Konferenz leitet (1. Subsegment)

 

 

 

4.2.2.2

Schilderung einer gescheiterten Vorführstunde durch die Referendare, von denen eine Co-Klassenlehrerin ist (2. Subsegment)

 

 

 

4.2.2.3

Nachfrage und Kommentierung durch Konferenzteilnehmer (3. Subsegment)

 

 

 

4.2.2.4

Ergänzungen der Co-Klassenlehrerin (4. Subsegment)

 

 

 

4.2.2.5

Überweisung der Verantwortung an den anwesenden Klassenlehrer, der zum Zeitpunkt der Vorfälle krank war (5.Subsegment)

 

 

4.2.3

Bearbeitungsphase: Kommentare und Einschätzungsversuche der Lehrer(innen) (2.Segment)

 

 

 

4.2.3.1

Wenn man alles im Griff hat, dann klappt es auch (1.Subsegment)

 

 

 

4.2.3.2

Wenn man auf die Schüler eingeht, dann machen sie keine Probleme (2.Subsegment)

 

 

 

4.2.3.3

Die Schüler müssen merken, was man will, dann spuren sie (3.Subsegment)

 

 

 

4.2.3.4

Die Haltung des Klassenlehrers: Man kann auch beides, sie verstehen und sie kontrollieren (4.Subsegment)

 

 

 

4.2.3.5

Zugeständnisse des Klassenlehrers und Schilderung von Hintergründen (5.Subsegment)

 

 

 

4.2.3.6

Empörung über die Fähigkeiten der Schülergruppe, das System von Normen und Regeln zu unterlaufen (6.Subsegment)

 

 

 

4.2.3.7

Austausch über die Fähigkeiten und Verhaltensweisen der Schüler (7.Subsegment)

 

 

 

4.2.3.8

Ergebnissicherung durch den Konferenzleiter (8. Subsegment)

 

 

4.2.4

Lösungsphase: Suche nach einer geeigneten Vorgehensweise (3.Segment)

 

 

 

4.2.4.1

Vorschlag der Verhängung und Durchsetzung einer geeigneten Strafe (1.Subsegment)

 

 

 

4.2.4.2

Vermutung, dass die Ursache für das Fehlverhalten in der mangelnden Aufmerksamkeit der Lehrer(innen) für Probleme liegt (2.Subsegment)

 

 

 

4.2.4.3

Vermutung von wenig entwickeltem Sozialverhalten und Zurückweisung mangelnder Aufmerksamkeit (3. Subsegment)

 

 

 

4.2.4.4

Charakterisierung der Schülerpersönlichkeiten durch den Klassenlehrer (4.Subsegment)

 

 

 

4.2.4.5

Versuch, das Problem durch die Versetzung eines Schülers in eine andere Klasse zu lösen (5.Subsegment)

 

 

 

4.2.4.6

Fehlende Belege für Ordnungsmaßnahmen (6.Subsegment)

 

 

 

4.2.4.7

Problematische Familienverhältnisse der Schüler(innen) und Mißtrauen gegenüber den Lehrer(inne)n (7.Subsegment)

 

 

4.2.5

Gefährdung der Lösung und Verschärfung der Lage durch den von der Co-Klassenlehrerin zu Hilfe gerufenen Schulleiter (4.Segment)

 

 

 

4.2.5.1

Ausweitung des Konflikts auf die gesamte Klasse (1.Subsegment)

 

 

 

4.2.5.2

Die ganze Klasse muss über die Maßnahmen gegen einzelne Schüler informiert werden (2.Subsegment)

 

 

 

4.2.5.3

Verunsicherung der Co-Klassenlehrerin – sie soll die Klasse auf der in Kürze anstehenden Abschlußfahrt nach Italien betreuen (3.Subsegment)

 

 

 

4.2.5.4

Brief an die Eltern – die Unterschrift als mögliche Zielscheibe für weitere Konflikte (4.Subsegment)

 

 

 

4.2.5.5

Versuch der Einbeziehung von Schulleitungsmitgliedern durch deren Unterschrift (5.Subsegment)

 

 

 

4.2.5.6

Ratlosigkeit über die Wirkung der Briefe: Wiederaufnahme der Versetzungsoption (6.Subsegment)

 

 

 

4.2.5.7

Herunterspielen möglicher Konflikte auf der Klassenfahrt (7.Subsegment)

 

 

 

4.2.5.8

Instruktion der Co-Klassenlehrerin als Übermittlerin der Konferenzergebnisse (8.Subsegment)

 

4.3

Theoretische Kontrastfigur für die Klassenkonferenz: die Verlaufsfigur des "sozialen Dramas"

 

4.4

Der dramatische Aufbau der Klassenkonferenz

 

4.5

Resumée Teil III: Der im Untersuchungszeitraum entstandene individuelle Handlungsrahmen der Lehrer(innen)

 

 

4.5.1

Professionstheorien

 

 

4.5.2

Handlungsformen

© 2004 http://www.qualitative-forschung.de/publikationen/schulreform/, Status: 12.6.2004